Werbeartikel Geschenk

Sind Werbeartikel Geschenke?

Die Frage, ob man einen Werbeartikel als Geschenk einordnen soll, beschäftigt Steuerberater und Compliance-Abteilungen. Dabei ist die Rechtslage ziemlich eindeutig.

(Natürlich darf mypromo.com hier keine Rechtsberatung geben. Bitte wenden Sie sich dazu z.B. an Anwälte oder Steuerberater.)

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Aktuelle Serien kosten in iTunes und anderswo Geld. Ihre werbefinanzierte Ausstrahlung wird trotzdem nicht als "Geschenk" betrachtet.

Natürlich soll sich der Empfänger über einen gut gewählten Werbeartikel freuen und diesen oft zur Hand nehmen. Denn so wird die Werbebotschaft verankert. Aber ist der Werbeartikel dadurch im eigentlichen Sinne ein Geschenk? Ein Vergleich mit einem anderen Werbekanal, nämlich dem beliebten Serienformat, kann helfen, diese Frage zu klären.

Kostenlose Unterhaltung ist auch kein Geschenk

Hörfunk- und Fernsehserien werden seit dem Beginn der kommerziellen Ausstrahlung ganz oder teilweise durch Werbetreibenden finanziert. Daran erinnert sogar der Name „Soap Opera“ oder „Seifenoper“.  Denn Hersteller von Seifen und Waschmittel griffen schon früh besonders gerne zum Serienformat als Träger für ihre Werbebotschaften.

Die erste „Seifenoper“, Betty and Bob“ wurde bereits am 10. Oktober 1932 im US-amerikanischen Rundfunk ausgestrahlt. Finanziert hat sie damals General Mills, ein Hersteller von Frühstücksflocken.

Für eine einzige Folge der beliebten Serie „Game of Thrones“ geht man heute von einem Budget von ca. zehn Millionen US-$ aus. In Deutschland läuft die HBO-Produktion im Free-TV bei RTL 2. Pro Folge spart sich der Zuseher durch die Werbeeinblendungen mindestens 2,99 Euro. Denn das kostet die Folge beispielsweise im Einzelkauf bei Amazon zum Download. Trotzdem sieht wohl niemand diese werbefinanzierte Unterhaltung als „Werbegeschenk“ an. Denn sie ist ein Angebot an eine breite Zielgruppe, nicht für an eine einzelne Person.

Analog dazu stufen die meisten Experten auch Werbeartikel nicht als Geschenke, also persönliche Zuwendung ein. Werbeartikel werden massenhaft hergestellt und mit einer Werbebotschaft versehen. Sie sind unindividuell und meist von geringem Wert. Somit gelten sie zumeist als „dreidimensionale Werbung“, also als reine Kommunikationsmittel.

Wer darf Werbeartikel annehmen?

Werbeartikel, gerade Streuwerbung mit geringem Wert, sind also keine persönlichen Geschenke. Doch die Frage ist ohnehin nicht so relevant, wie oft behauptet wird. Denn rein rechtlich darf man in Deutschland Geschenke beliebiger Höhe machen. Unter Umständen müssen Geber und / oder Empfänger darauf Steuern zahlen. Aber im Prinzip darf man auch an einen Passanten ein Haus oder Auto verschenken.

Kompliziert wird es erst, wenn implizit oder explizit vom Beschenkten eine Gegenleistung erwartet wird. Typische Situationen sind Abhängigkeiten, etwa in Schule oder Beruf. Hier könnte der Verdacht der Bestechung bzw. Bestechlichkeit aufkommen.

Deshalb haben viele Unternehmen und Behörden klare, so genannte „Compliance“-Regeln aufgestellt. Sie legen fest, ob Mitarbeiter Zuwendungen annehmen, und welchen Wert diese haben dürfen. Diese Vereinbarungen sind aber rein firmenintern, und haben zunächst keine strafrechtliche Relevanz.