Werbeartikel Steuern

Werbeartikel – so werden sie besteuert

Viele kleinere Unternehmen verzichten heute auf die hochwirksame Werbung mit Werbeartikeln. Oft geschieht dies aus Angst vor Steuern. Dabei ist das Thema gar nicht so kompliziert.

(Natürlich darf mypromo.com hier keine Rechtsberatung geben. Bitte wenden Sie sich dazu z.B. an Anwälte oder Steuerberater.)

„Werbeartikel sind nicht mehr absetzbar.“ Oder auch: „Auf Werbeartikel muss man Steuern zahlen.“ Das sind hartnäckige Fehlinformationen, die sich vor allem unter Kleinstunternehmen halten. Und sie zeigen Wirkung.

Der aktuelle Werbeartikelmonitor 2018 des GWW Gesamtverbandes der Deutschen Werbeartikel-Wirtschaft e.V. bringt es an den Tag. Unternehmen mit unter zehn Mitarbeitern reduzierten 2018 ihre Ausgaben für Werbemittel um satte 6,4%. 42 Prozent verzichten gar völlig auf ihren Einsatz.

Angesichts der erwiesen hohen Wirksamkeit von Werbeartikeln in der Kundenkommunikation ist das gerade für kleine Unternehmen ein enormer Schaden. Denn gerade sie sind oft auf stark auf Empfehlungen angewiesen, um neue Kunden zu gewinnen.

Werbung ist kein Geschenk

In Deutschland darf man prinzipiell Geschenke in beliebiger Höhe machen. Für nicht Verwandte gilt eine steuerliche Freigrenze von 20.000 Euro. Allerdings gehen viele Experten davon aus, dass man Werbeartikel gar nicht als Geschenk betrachten kann.

Zur Annahme und auch zur Abgabe von Werbeartikeln haben außerdem viele Firmen so genannte Compliance-Richtlinien festgelegt. Bei den Compliance-Richtlinien argumentieren die Verantwortlichen oft auch mit dem Steuerrecht. Tatsächlich haben die beiden Themen aber nicht viel miteinander zu tun. Denn das Steuer- wie das Strafrecht gilt für alle Personen und Firmen in dem betreffenden Rechtsraum. Verstöße werden durch die Behörden verfolgt.

Compliance-Richtlinien legt ein Unternehmen dagegen für seine Mitarbeiter und Zulieferer in Eigenregie fest. Verstöße gegen die eigenen Compliance-Richtlinien muss ein Unternehmen aber selbst aufdecken und ahnden. Das gilt natürlich nur, wenn nicht gleichzeitig auch gegen Gesetze verstoßen wurde.

Welche Steuer-Freigrenzen gibt es bei Werbeartikeln?

Am einfachsten ist die Abgabe so genannter Streuartikel. Bis zu einem Wert von zehn Euro pro Werbeartikel wird weder beim Geber noch beim Adressaten eine Steuer fällig. Denn Streuartikel gelten wegen ihres geringen Wertes nicht als „geldwerter Vorteil“.

Streuwerbeartikel bis zu einem Wert von zehn Euro pro Stück können als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Dazu muss man den einzelnen Empfänger nicht aufzeichnen. Ob der Betrag netto oder brutto zu betrachten ist, hängt davon ab, ob der Geber zum Vorsteuerabzug berechtigt ist.

Für Firmen, die Werbeartikel abgeben, gilt daher in der Regel ein Netto-Warenwert von zehn Euro bei Streuwerbung. Pro Jahr können mehrmals Streuwerbeartikel an denselben Empfänger abgegeben werden.

Teure Werbeartikel können tatsächlich Steuern bedeuten

Höherwertige Werbeartikel sehen viele Finanzämter als „Geschenk“. Pro Person und Jahr sind bis 35 Euro als Betriebsausgabe absetzbar. Ob die Summe netto oder brutto zu betrachten ist, hängt wiederum davon ab, ob der Geber eine Firma oder eine Privatperson ist.

Die Obergrenze von 35 Euro pro Person und Jahr ist scharf gezogen. Das bedeutet, dass bei einem Überschreiten die gesamte Zuwendung nicht als betriebliche Ausgabe gewertet werden kann.

Ab einem Warenwert eines Werbeartikels von zehn Euro müssen Anlass und Empfänger außerdem aufgezeichnet werden. Denn solche Werbeartikel gelten als „Sachzuwendungen“. Auf den Werbeartikel muss ein Empfänger, der nicht Mitarbeiter des Unternehmens ist, Steuern bezahlen.

Der Einfachheit halber kann dies der Geber pauschal mit 30% des Warenwertes bei inländischen Empfängern selbst übernehmen. Hinzu kommen noch Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Der Geber muss dann den Adressaten auf die bereits entrichtete Pauschalsteuer hinweisen. So will man vermeiden, dass der Staat die Zuwendung doppelt besteuert.

Die Übernahme der Pauschalsteuer kann nur für alle Werbeartikel und / oder Geschenke des Gebers erfolgen. Es gilt eine Höchstgrenze von 10.000 Euro pro Person und Jahr.

Werbeartikel für Mitarbeiter

Inwieweit ein Werbeartikel, der an die eigenen Mitarbeiter vergeben wird, als „Geschenk“ oder als Kommunikationsmaßnahme eingeordnet wird, hängt ggf. vom zuständigen Finanzamt ab.

Geschenke an Mitarbeiter unterhalb einer Jahresgrenze von 60 Euro brutto sind für diesen steuerfrei. Über dieser Grenze fallen Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge an. Sachzuwendungen an Mitarbeiter, etwa Fahrkarten, Tankfüllungen oder Essen-Coupons, sind bis 44 Euro pro Monat steuer- und sozialversicherungsfrei.

Wie geht man sicher beim Abgeben höherwertiger Werbeartikel?

Auf Grund der Komplexität des Steuerrechtes und der laufenden Aktualisierung kann dieser Artikel nur grob den Stand zum Thema „Steuer bei Werbeartikeln“ von März 2019 abdecken. Es handelt sich nicht um eine Rechtsberatung. Bei größeren Kommunikations-Kampagnen mit höherwertigen Werbeartikeln empfiehlt sich deshalb vorab immer eine Rücksprache mit Finanzamt und / oder Steuerberater.